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„Wir freuen
uns sehr, endlich das auf die Verpackung schreiben zu können, was wir schon
seit bei der Gründung des Netzwerkes 1994 in unseren Richtlinien verankert
haben", so Richard Mickasch, Sprecher der Solidargemeinschaft MÜNCHEN. Gemeint
ist die Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik‘. „Auf den ersten Blick bieten wir so
dem Verbraucher die Sicherheit, die er sich wünscht!" „Drei Viertel aller Verbraucher
würden laut Umfrage bei entsprechender Kennzeichnung zu Lebensmitteln ohne
Gentechnik greifen", ergänzt Susanne Moritz von der Verbraucherschutzzentrale
Bayern bei der Pressekonferenz anläßlich der Auslobung von UNSER LAND Eier und
Nudeln am 8. Oktober 2009 im Münchner Ratskeller, welcher als schon seit rund
sechs Jahren als Partner von UNSER LAND regionale Gerichte anbietet. „Bei
Frauen sind es sogar vier Fünftel. Diese Wahlfreiheit für Verbraucher ist sehr
wichtig! Von daher begrüßen wir das Engagement von UNSER LAND in dieser
Hinsicht."
Auch
Mattias Kiefer, Umweltreferent der Diözese München-Freising spricht sich für
die Auslobung aus. „Diese Kennzeichnung bedeutet nicht nur Sicherheit für den
Verbraucher, sondern stärkt auch seine Macht, die er beim Einkauf nutzen kann.
Letztlich richtet sich das Angebot immer nach der Nachfrage."
Die Gentechnikfreiheit für das Saatgut von
Futtermitteln in den Richtlinien stand von Beginn an in der Aufmerksamkeit des
Netzwerkes UNSER LAND. Dies bietet Verbrauchern eine Gewißheit, die nun auch
mit der Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik‘ entsprechend den neuen gesetzlichen
Vorschriften* aus dem Jahr 2008 eindeutig dargestellt werden kann.
München
erhält seine UNSER LAND Eier aus dem Netzwerkgebiet. Alle Eiererzeuger füttern
ihre Legehennen für UNSER LAND Eier ‚ohne Gentechnik‘. Die für die Hennen
benötigten Bestandteile wie Mais, Weizen, Soja, Hafer
und Erbsen stammen von heimischen Feldern. Eine Fütterung ‚ohne
Gentechnik‘ schließt unkalkulierbare Risiken aus und nutzt der Region in
vielfältiger Hinsicht! Alle UNSER LAND Eiererzeuger
halten die streng kontrollierten UNSER LAND Richtlinien ein.
Das für die Hühnerfütterung als
Eiweißlieferant wichtige Soja stammt von der 2007 errichteten hochmodernen
Eiweißaufbereitungsanlage auf dem Asamhof in Kissing nahe Augsburg. In diesem
Jahr bauen Landwirt Josef Asam und seine Vertragsbauern schon auf 650 Hektar
erfolgreich bayerisches Soja an und zwar „ohne Gentechnik". Schon vor rund zehn
Jahren begann er in Zusammenarbeit mit UNSER LAND Bauern mit der Erprobung des
bayerischen Sojaanbaus. Der Versuch gelang. Damit wurden die Grundlagen für eine
garantierte Fütterung ‚ohne Gentechnik‘ geschaffen. So schließt sich auch für
Soja der nachvollziehbare und regionale Futtermittelkreislauf für UNSER LAND
Lebensmittel.
Ab
sofort werden auch die UNSER LAND Nudeln "ohne Gentechnik" ausgelobt,
da zum bayerischen Hartweizengrieß nur legefrische UNSER LAND Eier "ohne
Gentechnik" verwendet werden.
Warum setzt sich die Solidargemeinschaft
MÜNCHEN für Lebensmittel „ohne Gentechnik" ein? Die Solidargemeinschaft MÜNCHEN
engagiert sich für
- den
Erhalt der natürlichen Kreisläufe und spricht sich gegen den Eingriff in die
Grundstrukturen der Natur aus
- regionale
Futtermittel und Lebensmittel
- für
die Existenzsicherung und Unabhängigkeit der bäuerlichen Landwirtschaft
- für
den Erhalt der Wahlfreiheit - damit der Verbraucher mit bewußtem Konsum aktiv
eine agrogentechnikfreie Landwirtschaft unterstützen kann
- für
den Schutz der menschlichen Gesundheit - weil Agrogentechnik gesundheitliche
Risiken birgt
- für
den Erhalt der Patentfreiheit - weil die Patentfreiheit von Pflanzen und Tieren
die Qualität der heimischen Landwirtschaft sichert
- für
die Kennzeichnung „ohne Gentechnik" nach dem neuen Gesetz von 2008
Anmerkungen
* Seit 2004 ist in Deutschland jede direkte
Anwendung eines gentechnisch veränderten Organismus (GVO) im Verlauf der
Herstellung oder Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln
kennzeichnungspflichtig(z.B. bei Verwendung von gentechnisch verändertem Soja
in der Tofuherstellung). Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht sind nach
wie vor tierische Produkte wie Eier, Milch, Fisch und Fleisch von Tieren, die
mit GVO Futter aufgezogen wurden. Allerdings ist es mit dem Gesetz von 2008** nun
möglich, auch Produkte tierischen Ursprungs als „ohne Gentechnik" zu kennzeichnen, wenn auf allen Erzeugungs-
und Verarbeitungsstufen nachgewiesen werden kann, daß „ohne Gentechnik"
gearbeitet wurde, z.B. nur mit GVO-freiem Futter gefüttert worden ist.
**Gesetz zur Durchführung der Verordnungen
der Europäischen Gemeinschaft auf dem Gebiet der Gentechnik und über die
Kennzeichnung ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellter
Lebensmittel vom 1.4. 2008 (EGGenTDurchfG).
Das neue Logo „ohne Gentechnik", welches von
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im August 2009 vorgestellt wurde,
ist leider noch nicht verfügbar, weshalb das eigene Logo „ohne Gentechnik" verwendet
wird. Dieses wird jedoch auf den Eier- und Nudelpackungen durch das bundesweite
Logo ausgetauscht, sobald es erhältlich ist.
Was ist Agrogentechnik?
Agrogentechnik ist eine neue Technologie,
die erst seit etwa 20 Jahren entwickelt wird. Sie unterscheidet sich von
herkömmlicher Züchtung durch die Anwendung technischer Verfahren, die es
ermöglichen, Gene zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen
auszutauschen, um neue Organismen mit Eigenschaften hervorzubringen, die in der
Natur bisher nicht vorkommen.
Daten zur Erzeugung von Eiern in Bezug
auf München
Bei
den Eiern besteht deutschlandweit und auch in Bayern eine große
Unterdeckung, d.h. die Nachfrage nach Eiern kann nicht gedeckt werden, die Eier
werden importiert. Das endgültige Verbot der Käfigeier zum 31.12.2009 verstärkt
diese Unterdeckung nochmals dramatisch.
Beispiel München:
Eierverbrauch
von 2,5 Mio Münchnern und Einzugsbereich:
550
Mio Stück/Jahr, davon 275 Mio als Frischeier
Erzeugung
in unserer Region: nur 60 Mio Frischeier
Zusätzliches
Potential 215 Mio Frischeier pro Jahr
Das
wären 70 Betriebe mit jeweils 10.000 Legehennen
Ca.
250 - 300 zusätzliche Arbeitsplätze
Ca.
40 Mio € Kaufkraft würden in der Region bleiben
Zusätzlich
könnten sich folgende Betriebe ansiedeln: Schlachterei, Junghennenaufzuchtbetriebe,
Hühnerfleischverarbeitung
Hintergrundzahlen Soja-Anbau in
unserer Region:
Anbauentwicklung
von bayerischem GVO-freiem Soja:
2,8
ha im Jahr 1998
650 ha im Jahr 2009
Erträge
vergleichbar mit Amerika
Körnermaisstandorte sind potentielle
Sojastandorte
In
den Anfängen wurde Maisanbau wie heute Sojaanbau kritisch betrachtet. Eine
ähnliche Situation besteht jetzt beim Sojaanbau.
Bayern
verfügt über ca. 2 Mio ha Ackerland.
Davon
könnten sicher problemlos 5 % mit Soja bebaut werden.
Mit
diesen 100.000 ha ließen sich 250.000 t Sojabohnen erzeugen
Das
wäre die Grundlage für 19 Millionen Legehennen oder Mastgeflügel. In Bayern
gibt es ca. 8,5 Millionen Stück Geflügel
In
Verbindung von Soja mit Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen und Rapskuchen könnte
Bayern zum Selbstversorger bei Eiweißfuttermitteln werden.
Damit
verbunden könnte man Arbeitsplätze für ca. 500 Menschen schaffen bzw. sichern.
Bildunterschrift:
Köstlicher Kaiserschmarren aus Eiern ‘ohne Gentechnik' im Münchner
Ratskeller! (von links nach rechts: Josef Asam, UNSER LAND Landwirt und
Erzeuger von Soja als Futtermittel, Susanne Moritz, Verbraucherzentrale Bayern,
Mattias Kiefer, Umweltreferent der Diäzöse München-Freising, Peter Wieser,
Ratskellerwirt, Richard Mickasch, 2. Vorstand Dachverein UNSER LAND e.V., Dr.
Martha Mertens, Bund Naturschutz in Bayern)
Hier können Sie die Pressemeldung und -foto herunterladen:
Pressemeldung "Ohne Gentechnik" 306.00 Kb
Pressefoto "Ohne Gentechnik" 1.85 Mb
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