Schule auf der Streuobstwiese und beim Imker

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Für die Drittklassler der Inninger Grundschule war es eine spannende Stunde. Ihr Unterricht fand diesmal auf der nahen Streuobstwiese der Familie Eisenmann statt. 25 Detektive pirschten durch den Garten, inspizierten Walnuss-, Zwetschgen- und Apfelbäume, prüften die Beschaffenheit der Rinde, die Blätter und Fruchtansätze. Auch unter den Bäumen gab es viel zu sehen. Die sattgrüne Wiese wurde zu einem Lebensraum aus unterschiedlichen Pflanzen und vielbeschäftigten Käfern und Insekten. Selbst für die Ohren war etwas geboten: Der Wind strich durch die Bäume, und ein Kuckuck schien auf seinen Einsatz gewartet zu haben.

Konzentriert erledigten die Kinder ihre Aufgaben und trugen ihre Beobachtungen in die Arbeitsblätter ein. Bei der abschließenden Frage von Sibylle Schwarzbeck, der Klassleiterin: „Wem hat es heute gefallen?“ schnellten 25 Finger in die Höhe.„Schule auf der Streuobstwiese“ ist ein neues Projekt von UNSER LAND. Die Kinder begleiten „ihre“ Bäume von der Blüte bis zur Frucht. Sie müssen genau beobachten, ihre Beobachtungen beschreiben und Veränderungen einordnen können. Die Natur als großes Wunderwerk kommt ihnen dadurch nahe. Was braucht man für dieses Projekt? Eine naturbegeisterte Lehrerin, eine Streuobstwiese in Schulnähe, Wiesenbesitzer, denen Naturliebe der nachwachsenden Generation ein Anliegen ist und Gisela Hafemeyer aus Frieding, die als Kräuterexpertin das nötige Wissen und ein Händchen für Kinder hat. Für die war diese Stunde ein Erlebnis.

 


 

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Schule auf der Streuobstwiese - Besuch beim Imker

Das neue pädagogische Projekt von STARNBERGER LAND „Schule auf der Streuobstwiese“ fand diesmal beim Imker statt. Seit 30 Jahren betreibt der Hobby-Imker Karlheinz Schmid seine Bienenstöcke. Sie stehen am idyllischen Ortsrand von Inning, unter schattigen Bäumen im welligen Hügelland. Schon auf dem Weg dorthin hören die Kinder die wichtigste Verhaltensregel im Umgang mit Bienen: langsam bewegen, ruhig, keine Hektik. Für 23 Neunjährige von der Grundschule Inning ist das eine echte Herausforderung. Sie bemühen sich nach Kräften, schubsen nicht und schauen gebannt dem emsigen Bienentreiben zu. Sechs Bienenvölker sind bei der Arbeit.

Schwer mit Pollen beladen fliegen die Arbeitsbienen auf ihr Flugloch zu und verschwinden darin. Die Bienen sind auf ihren Kasten fixiert, werden vom speziellen Geruch geleitet. Ein Hindernis vor ihrem Flugloch macht sie nervös und angriffslustig. Um den Kasten zu öffnen und einen Blick auf die Honigrahmen zu werfen, werden die Bienen erst mittels eines “Rauchers“ besänftigt. Dann lassen sich die Rahmen gefahrlos herausnehmen. Sie sind schwer von Honig und über und über mit krabbelnden Bienen bedeckt. Der Honig in den Waben ist gut zu erkennen. Seine Farbe hängt von den Blüten, ab, die im Umkreis von zwei bis vier Kilometern zu finden sind: hellgelb im Frühjahr von Löwenzahn und Raps, goldgelb von den Obstblüten bis hin zum dunklen Waldhonig. Schließlich sehen die Kinder noch, wie ein gefüllter Honigrahmen in eine Trommel gehängt und der Honig durch Drehen herausgeschleudert wird. Die Honigbrote zum Abschluss finden reißend Absatz. Wie lange die Kinder wohl schon nichts mehr zum Essen bekommen haben?

Zufrieden machen sich die Klassenleiterin Inge Koslowski und Gisela Hafemeyer, die Projektleiterin von STARNBERGER LAND, mit der quirligen Schülerschar auf den Heimweg. Sie haben gelernt, wie wunderbar ein Bienenvolk organisiert ist, aber auch, wie wichtig eine vielfältige und intakte Natur für uns alle ist.