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04.10.2011: ‚Regionalität bewahrt Vielfalt – Ökosystem Streuobstwiese‘

Wer liebt ihn nicht, den Spaziergang durch Wiesen, Felder und Wälder, die im Frühjahr und Sommer mit reichen Blüten, Düften und Früchten, summenden Insekten und lebhaftem Vogelgezwitscher verwöhnen? Im Herbst besticht die Natur mit einer bunten Farbenpracht der Blätter und im Winter mit der Ruhe einer in stilles Weiß getauchten Landschaft. Was scheinbar so selbstverständlich von der Natur geschenkt wird, ist ein bis ins Detail stimmiges System von Arten und Bedingungen. Es ist die Schöpfung, die den Menschen neben dem Genuss vor allem den notwendigen Lebensraum und Nahrung bietet. Die Natur schenkt alles, was der Mensch zum Leben braucht, die ‚biologische Vielfalt‘!

Sonderausstellung ‚Regionalität bewahrt Vielfalt – Ökosystem Streuobstwiesen‘

Im Vordergrund der Arbeit des Netzwerkes UNSER LAND und der Solidargemeinschaft MÜNCHEN steht die Bewusstseinsbildung. Information schafft Bewusstsein und damit die Grundlage verantwortlichen Konsums. In Zusammenarbeit mit dem Museum Mensch und Natur stellt UNSER LAND am Beispiel der Streuobstwiese die enge Verknüpfung natürlicher Kreisläufe mit den Lebensumständen und der Lebensqualität von Menschen dar. Beim Besuch dieser Sonderausstellung haben Kinder und Erwachsene vom 4. Oktober bis 13. November 2011 die Möglichkeit ca. 30 Apfelsorten zu erkunden. Sie erfahren Interessantes über die Entwicklung von der Blüte bis zur Ernte und lernen den Zusammenhang zwischen Bienen und Früchten kennen. Ihr Wissen können sie bei einem Quiz mit schmackhaften Preisen unter Beweis stellen.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 4. Oktober 2011 brachte der Schirmherr des Dachvereins UNSER LAND e.V. Alois Glück diesen Ansatz auf den Punkt: „Naturschutz ist oftmals so verstanden worden wie der Denkmalschutz, nämlich Wertvolles zu erhalten und zu schützen. Im Lernprozess hat man aber dann verstanden, dass es nicht reicht, eine bedrohte Art zu schützen, wenn der Lebensraum dafür gefährdet ist. So entstand das Verständnis für einen ganzheitlichen Naturschutz.“

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Streuobstwiesen – Lebensraum und Lebensmittel

Am Beispiel der Streuobstwiesen werden die Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe deutlich sichtbar. Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, die in diesem Ökosystem vorkommen, zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Seit rund 2000 Jahren wird der Streuobstanbau in unseren Breiten kultiviert. 1950 gab es in Deutschland rund 1,5 Millionen Streuobstwiesen. Mit der Neuordnung des ländlichen Raumes ab 1957 änderte sich dies rapide. Zahlreiche Streuobstwiesen fielen der Flurbereinigung zum Opfer. Heute gibt es noch cirka 400.000. Mit dieser Reduzierung ging wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten verloren.
 Aber auch die Vielfalt der Sorten verringerte sich. Um 1900 gab es beispielsweise rund 1.000 Apfelsorten, während heute 98 Prozent aller Äpfel auf nur sechs Arten zurückgehen.
„Begriffe wie Biodiversität, biologische Vielfalt oder Artenschwund fallen häufig in der öffentlichen Diskussion. Und meist denken wir dabei an entfernte Teile der Welt“, so Dr. Michael Apel, Leiter des Museums Mensch und Natur. „Aber direkt vor unserer Haustür spielt sich ein dramatischer Rückgang der biologischen Vielfalt ab, den viele Menschen erschreckender Weise gar nicht bemerken.“

Engagement für die ‚biologische und regionale Vielfalt‘

Seit seiner Gründung engagieren sich das Netzwerk UNSER LAND und die Solidargemeinschaft MÜNCHEN für den Erhalt der Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Region. Dazu gehört auch der Schutz der ‚biologischen Vielfalt‘. Jede Art, jedes Individuum hat in der Natur seinen Platz und seine individuelle Aufgabe. Das Gleichgewicht innerhalb dieser Kreisläufe ist von großer Bedeutung. Wird dieses Gleichgewicht gestört, setzt eine Kettenreaktion ein, deren Folgen häufig nicht absehbar, immer aber von großer Tragweite für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen sind.

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Neben den großen und viel diskutierten Veränderungen durch Klimawandel, Agrogentechnik oder Umweltverschmutzung stören auch kleine Eingriffe, meist durch den Menschen, die Harmonie natürlicher Kreisläufe. Die Folgen für die biologische Vielfalt sind dabei oft gravierend. Der Schutz der Artenvielfalt, gesunder Ökosysteme und der genetische Vielfalt ist wichtig, denn diese bilden die Basis für eine starke, lebenswerte Region!

Die Solidargemeinschaft MÜNCHEN und das Netzwerk UNSER LAND gehen jedoch noch einen Schritt weiter und stellen auch die Auswirkungen auf die ‚regionale Vielfalt‘ ins Zentrum ihres Engagements. Verbunden mit der ‚biologischen Vielfalt‘ sind nämlich auch Aspekte wie Arbeits- und Ausbildungsplätze, kulturelle und soziale Zusammenhänge. Sie tragen zum Erhalt unserer regionalen Kulturlandschaft bei.
„Wir wollen hier am Beispiel Streuobstwiese darstellen, dass es eine unabdingbare Verknüpfung zwischen Mensch, Natur und regionalen, auch wirtschaftlichen Kreisläufen gibt“, erklärt Richard Mickasch, 2. Vorsitzender des Dachvereins UNSER LAND und Sprecher der Solidargemeinschaft MÜNCHEN.

Die Natur ist ein Geschenk an den Menschen. Streuobstwiesen sind ein hervorragendes Beispiel dafür. Mit der Sonderausstellung möchten die Solidargemeinschaft MÜNCHEN und das Netzwerk UNSER LAND die Besucher auf spannende und interessante Weise für die Wertschätzung und den respektvollen Umgang damit sensibilisieren.

Bildunterzeilen

Pressefoto 1
Mit einem herzhaften Biss in einen Apfel eröffnete Schirmherr Alois Glück gemeinsam mit der 4. Klasse der Maria-Ward-Grundschule die Sonderausstellung.

Pressefoto 2
Gemeinsam mit den Kindern der 4. Klasse der Maria-Ward-Grundschule löste Schirmherr Alois Glück das Quiz.

Pressefoto 3
Mit vereinten Kräften beantworteten die Kinder der Maria-Ward-Grundschule, Schirmherr Alois Glück (links), Dr. Michael Apel, Leiter des Museums Mensch und Natur (hinten Mitte), Michaela Steiner, 1. Vorsitzende Dachverein UNSER LAND e.V. (rechts) die Fragen des Quiz.

 

Hier können Sie Pressemeldung und -fotos und die Rede von Alois Glück herunterladen:

Pressemitteilung Museum Mensch und Natur (DOC)

Pressefoto 1 (JPG)

Pressefoto 2 (JPG)

Pressefoto 3 (JPG)

Rede Alois Glück (PDF)